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Entropie
Die Entropie ist eine extensive Zustandsgröße, die
im zweiten Hauptsatz der Thermodynamik eingeführt wird.
Sie hat eine hohe Relevanz bei der Beurteilung der Güte von
Prozessen, da jeder irreversibele und damit vom Ideal abweichende
Prozess Entropie produziert. Die Entropie ist somit keine
Erhaltungsgöße.
Um Aufgaben mithilfe
einer Entropiebilanz zu lösen,
können die nachfolgenden Informationen genutzt
werden. Ein
Verständnis dafür, was denn Entropie nun genau ist,
ist
für das erfolgreiche Lösen von Problemen meist nicht
nötig. Mitunter stellen falsche oder stark vereinfachene
Vorstellungen [Entropie = Unordnung o.ä.] sogar ein Hemmnis dar.
- Jeder Wärmestrom transportiert Entropie. Dieser
Entropiestrom lässt sich als Quotient aus Wärmestrom
und
Temperatur des Wärmestroms berechnen.
Anmerkung: Arbeit transportiert keine Entropie.
- Da Entropie eine extensive Größe ist,
transportier
auch jeder Massenstrom Entropie in das betrachtete System. Dieser
Entropiestrom lässt sich als Produkt des Massenstroms
und dessen spezifischer Entropie
berechnen.
- Entropie kann im Falle von irreversiblen Prozessen aus dem
Nichts heraus entstehen.
- Eine negative Produktion, also eine Vernichtung, von
Entropie ist
niemals möglich.
Anmerkung: Das bedeutet nicht,dass die Entropie in eine
System nicht weniger werden kann. Wird Wärme aus einem System
abgeführt, beispielsweise Abkühlen eines
Stahlbarrens, so
sinkt dessen Entropie. Diese wird aber nicht vernichtet, sondern
einfach an die Umgebung transferiert.
- Wenn es keinen Hinweis darauf gibt, dass es sich um ein
instationäres System handelt, bleibt auch die im System
gespeicherte Entropie über die Zeit konstant.
Es gibt viele Ansätze, die Bedeutung der Entropie zu
erklären. Hier sollen einige genannt werden:
- Entropie ist mit dem Begriff der Zeit verknüpft.
Beide
laufen nur in eine Richtung. Erst durch irreversible Vorgänge
(=Entropieproduktion) können Menschen den Verlauf der Zeit
wahrnehmen.
Beispiel: Eine Kugel an einer idealen Feder im Vakuum kann unendlich
lange schwingen. Ein Film dieses Vorgangs kann
rückärts
abgespielt werden, ohne dass es dem Betrachter
auffällt.
- Alles Leben und alle ablaufenden Vörgänge
im Universum
basieren auf Unterschieden und Gradienten. Sind alle Unterschiede
abgebaut und herscht im ganzen Universum eine homogene Verteilung aller
Zustandgrößen (Temperatur, Druck...), so ist das
Ende des
Universums erreicht. Nichts geschieht mehr. Bei jedem Schritt auf
dieses Ende des Universums zu wird Entropie produziert, also immer dann
wenn ein Unterschied abgebaut wird, ohne dass gleichzeitig ein anderer
Unterschied aufgebaut wird.
- Es gibt weiterhin eine statistische Deutung der Entropie:
Stellen
Sie sich einen transparenten Salz- und einen transparenten
Pfefferstreuer vor, deren
Kappen entfernt wurden und deren Öffnungen Sie miteinander
verbunden haben, so dass sich Salz und Pfeffer mischen können.
Zu
Beginn stellt sich die Situation wie folgt dar: Auf makroskopischem
Nivau können wir feststellen, dass der eine Streuer
schwarz und der andere weiß ist. Auf mikroskopischem
Nivau können
wir jedem Korn eine von zwei möglichen Positionen zuweisen:
Entweder es ist im einen Streuer oder im anderen Streuer. Dabei ist zu
Beginnn jedes Salzkorn in Streuer 1 und jedes Pfefferkorn in Streuer 2;
es gibt auf mikroskopischem Nivau also nur einen Zustand, der zu dem
makroskopischen Zustand 'reines Weiß/reines Schwarz'
führt.
Nach nur minimalem Schütteln haben wir ein 99,99 prozentiges
weiß im einen und ein 99,99 prozentiges schwarz im anderen
Streuer. Im Streuer 1 ist nun ein Pfefferkorn und im Streuer 2 ein
Salzkorn. Bei angenommenen 10.000 Salzkörnern, gibt es also
10.000
Möglichkeiten, welches der Salzkörner die Seite
gewechselt
haben kann. Multipliziert man das mit den 10.000
Möglichkeiten,
welches der Pfefferkörner die Seite gewechselt haben
könnte,
so stellt man fest, dass es für den neuen Makrozustand (99,99
prozentiges Weiß/ 99,99 prozentiges Schwarz) nun bereits
100.000.000 Mikrozustände gibt.
Je mehr Körner vertauscht
werden, umso mehr Mikrozustände gibt es, die diese
Makrozustände beschreiben. Zumindest so lange, bis ein 50
prozentiges Grau in beiden Streuern erreicht ist. Das ist der Zustand
mit den meisten Mikrozustanden. Gleichzeitig wissen wir, dass das auch
der Zustand ist, der sich von alleine nach einer Zeit des
Schüttelns und Mischens einstellen wird. Dies ist der
Zustand der maximalen Entropie. Die Entropie, die zu einem
makroskopischen Zustand gehört, ist also abhängig von
der
Anzahl der möglichen Mikrozustände, die zu diesem
Makrozustand führen.
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